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Mythen
bewegen sich für gewöhnlich im Reich des Nachvollziehbaren. So mag es
nicht verwundern, dass die bezaubernde Aphrodite, Göttin der Schönheit
und Liebe, ausgerechnet an der Küste vor Paphos den schäumenden Wellen
entstieg.
In Paphos, der kleinen Stadt mit etwa 50'000
Einwohnern im Südwesten der Insel, vereinen sich Zyperns vorzüglichste
Eigenschaften. „Zypern in einer Nussschale“ möchte man fast meinen… Kein
Wunder, dass es sich bei dieser Ansammlung historischer
Sehenswürdigkeiten um ein Weltkulturerbe der UNESCO handelt. Neolithikum,
Antike, Mittelalter; Byzantinische, Venezianische, Osmanische Kunst
findet man hier. In Stein gemeißelte Denkmäler, die von der
ereignisreichen Geschichte Zyperns berichten.
Aber
damit nicht genug: Paphos unterhält auch einige Naturparks und
Tiergärten, hat wunderschöne Wanderwege zum Erkunden der unberührten
Landschaft, und sogar eine riesige Wassersportanlage (sog. Aphrodite
Water Park).
Im Hafen der Stadt befindet sich die imposante
Festung, die einst von den Byzantinern erbaut, später restauriert und
verstärkt, von den Türken zur Verteidigung verwendet wurde. Unweit davon
stehen die, aus dem 3Jh.n.Chr. stammenden, berühmten römischen Villen
„von“ Dionysos, Theseus und Aion mit ihren hervorragend erhaltenen
Mosaikverzierungen. Sie zählen zu den besterhaltenen im gesamten
Mittelmeerraum und stellen mythologische Szenen nach, so die Geburt des
Achill oder Ganymed wie er vom Adler zum Olymp getragen wird.
Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch der Agia
Solomoni Kirche, eine Katakombenstätte aus der frühen Christenzeit. Die
Kirche birgt auch einige gut erhaltene Fresken aus dem 12. Jahrhundert.
Hier findet man auch einen heiligen Baum, dessen heilende Wirkung
dadurch geweckt wird, dass man einen persönlichen Gegenstand an seine
Äste hängt.
Zwei
Kilometer nordwestlich des Hafens von Paphos taucht man ins 4.Jh.v.Chr.
ein und hat die Möglichkeit eine immense Nekropolis (bekannt als die
„Königsgräber“) zu erkunden. Zwischen den vielen Säulen und
unterirdischen Gängen dieser aus Stein gehauenen Katakomben, lassen sich
auch Fresken und nachgebildete Wohnhäuser der verstorbenen Aristokraten
finden.
Es wäre natürlich keine Reise nach Paphos
vollständig, ohne den berühmten Aphrodite Felsen besucht zu haben. Er
liegt nur einen Steinwurf von der Stadt entfernt und bietet einen
atemberaubenden Blick auf das Meer. Wer Mut und Energie hat den Felsen
zu erklimmen, sieht wie die Wellen am Gestein brechen, schäumen, und vor
Urzeiten die Aphrodite gebaren. |